Bericht

Bericht über die 3. Chinesisch-Deutsche Energietagung „Underground Storage of CO2 and Energy“

Nachdem ersten Workshop 2007 in Golsar und der zweiten Konferenz 2010 in Beijing hat vom 21. bis 23. Mai 2013 in Goslar die dritte Chinesisch-Deutsche Energietagung  „Underground Storage of CO2 and Energy“ stattgefunden. Diese wurde im Rahmen der Chinesisch-Deutschen Kooperationsgruppe vom  Chinesisch-Deutsche Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ) mitfinanziert. Die Tagung wurde gemeinschaftlich von Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Zhengmeng Hou von der Technischen Universität Clausthal (TUC) und Prof. PhD Dr.-Ing. E.h. Heping Xie von der Sichuan Universität (SCU) organisiert.

Um die 100 Wissenschaftler, davon 65 deutsche, 5 europäische und 30 chinesische sowie zusätzlich Studenten, nahmen an der Konferenz teil. Zur Begrüßung erklärten beide Präsidenten der Universitäten TUC und SCU, Prof. Dr. Thomas Hanschke (TUC) und Prof. Dr. Heping Xie (SCU), dass sie die bestehende Kooperation bzgl. der Ausbildung und der Energieforschung weiter vertiefen wollen. Herr Miaogen Zhao, DFG Vizepräsident des CDZ gab in seiner Eröffnungsrede einen Überblick über das CDZ.

Im Rahmen von 25 Vorträgen wurden den Teilnehmer ein Überblick über die aktuelle Situation und die Entwicklungen bezüglich der Speicherung von CO2 und Energie gegeben. Die Hauptthemen der Konferenz waren „Saubere Energiesysteme im Untergrund: Produktion, Speicherung und

Konvertierung“. Diese sind in dem beim Springer-Verlag begleitend veröffentlichten Konferenzband publiziert und können über den Weblink http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-642-37849-2/page/1 abgerufen werden. Insgesamt sind in dem Tagungsband 35 Beiträge von 111 Autoren und Co-Autoren publiziert. Zusätzlich wird im Laufe dieses Jahres noch ein Sonderband “Underground Storage of CO2 and Energy” mit 17 weiteren Beiträgen in dem SCI/ISI-Journal Acta Geotechnica erscheinen.

Der weltweite Energieverbrauch ist immer noch stark von der Nutzung konventioneller, fossiler Energieressourcen abhängig – dies ist der Hauptgrund für die globale Erwärmung und den Klimawandel. In China z.B. stieg die CO2-Emission von 2500 Mt im Jahr 1991 auf über 7000 Mt im Jahr 2011. Dies macht China zum größten CO2-Emittenten der Welt, während Deutschland mit 800 Mt pro Jahr der größte Emittent in Europa ist. Im Einklang mit der neuen Energiepolitik der Bundesregierung, ist geplant, dass Deutschland bis zum Jahr 2030 50 % bzw. bis 2050 80 % der benötigten elektrischen Energie aus erneuerbaren Energien bezieht. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, ist es notwendig, dass wir geeignete Georeservoire finden, die sowohl als große Speichersysteme für die fluktuierenden erneuerbaren Energien geeignet sind, als auch als Dämpfer für die CO2-Emissionen dienen kann. Durch die Entwicklung neuer Technologien, wie der CCS (CO2 capture & storage) oder CCUS (CO2 capture, utilization & storage) kann so der Übergang von Kohlenstoff-intensiven Kraftstoffen zu kohlenstoffarmen Kraftstoffen wie z.B. Gas geschaffen werden. Denkbar wäre auch die Nutzung der tiefen Lagerstätten als biochemische Reaktoren, die  unter natürlichen Druck- und Temperaturbedingungen eine Umwandlung von Wasserstoff und CO2 zu Methan ermöglichen könnten.

In diesem Zusammenhang hoffen wir, kontinuierliche Unterstützung von der deutschen und chinesischen Regierung sowie zugehörigen Institutionen zu bekommen, um eine offene Plattform für eine dauerhafte internationale Kooperation auf dem Gebiet der Energieforschung zu schaffen und um junge, talentierte Nachwuchswissenschaftler auszubilden. In Zukunft werden wir fortfahren im Wechsel zwischen Deutschland und China ähnliche Konferenzen auszurichten. Die nächste findet im Mai 2015 an der Sichuan University in Chengdu, China, statt. Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Deutschland und China sind herzlich eingeladen sich diesem offenen Kooperationsforum anzuschließen.

Weiterhin ist geplant, einen Chinesisch-Deutschen Sonderforschungsbereich/Transregion (SFB/TRR) zu beantragen, welcher gemeinsam von der National Natural Science Foundation of China (NSFC) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden könnte. Dieses SFB/TRR-Team hatte am 23. Mai 2013 in Goslar sein erstes Planungstreffen.

Im Vorfeld und im Anschluss an die Konferenz fanden Exkursionen zu dem Salzkavernenfeld für Erdgas und Erdöl in Etzel, den JadeWeserPort in Wilhelmshaven, dem CO2-Pilotspeicherprojekt in Ketzin und dem Deutschen Bundestag in Berlin statt.

Weitere Informationen sind hier zu finden:

http://www.sino-german-energy.de/veranstaltungen/sino-german-conference-2013/

Teilnehmer der 3. Deutsch-Chinesische-Konferenz „Underground Storage of CO2 and Energy“ vom 21.-23.05.2013 in Goslar, Deutschland: u.a. vorne Herr Miaogen Zhao (2.v.l.), Prof. Heping Xie (3.v.l.), Prof. Thomas Hanschke (3.v.r.), Prof. Michael Zhengmeng Hou (2.v.r.).
 

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